Oberflächenbearbeitungen

Tauch- und Streichbrünierung:
Brünieren dient dem Bilden einer schwachen Schutzschicht auf eisenhaltigen Oberflächen, um Korrosion zu vermindern. Durch das Eintauchen der Werkstücke in Säure bzw. alkalische Lösungen oder Salzschmelzen bilden sich Mischoxidschichten von tiefschwarzer Farbe. Dies ist allerdings nur feiner Edelrost und keine Beschichtung. Der Stahl erhält durch den chemischen Prozess eine schwarze Oberfläche. Wegen der Porosität der Brünierschicht besitzt sie einen nur geringen Korrosionsschutz, der sich aber durch Ölen und Fetten deutlich verbessern läst.



In der Regel werden die Teil im kostengünstigen Tauchverfahren brüniert.



Da aber bei weichverlöteten Laufbündeln ( z.B. Bockbüchsflinte oder Drilling ) der hohe Säuregehalt des Tauchbades die Lötnähte stark angreifen würde, müssen diese im zeitaufwändigen Streichverfahren brüniert werden.



Auch bei der Restaurierung von historischen Waffen wird das Verfahren des Streichbrünierens angewand.

Bräunieren:



Um die Schönheit der Struktur an Damastläufen hervorzuheben, werden diese bevorzugt bräuniert.

Bunthärten / Bunt einsetzen:



Dies ist ein Verfahren, um fertige Eisenbestandteile oder solche aus kohlenstoffarmen Schmiedstahl an ihrer Oberfläche in Stahl zu verwandeln. Die angestrebte Härte bedingt das Zuführen einer bestimmten Menge an Kohlenstoff. Die Teile werden deshalb in kohlenstoffreiches Material (u. a. in Lederkohle) gebettet, in einem Blechkasten in einem Einsatzofen geglüht und nach Erreichen eines gewissen Hitzegrades schnell in Wasser abgekühlt. Die auf den so eingesetzten Gewehrteilen (Verschlusskästen, Schlossblechen usw.) erzielte Marmorierung ist auf die ungleichmäßig vor sich gehende Abkühlung nach dem Härten zurückzuführen.
Seit vielen Jahren zählt die wunderschöne Marmorfarbe des Bunteinsatzes als die exklusivste und schönste Zierde feiner und erlesener Luxuswaffen, welche jede für sich ein Unikat ist.

Nitrieren:



Dies ist eine spezielle Art der Oberflächenhärtung und ist absolut beständig gegen Rost. Das Nitrieren wird fachsprachlich auch als Aufsticken (Zufuhr von Stickstoff analog der Zufuhr von Kohlenstoff bei der Aufkohlung) bezeichnet und stellt ein Verfahren zum Härten von Stahl dar. Es entsteht eine Oberflächenschicht, die bis etwa 500°C beständig ist.

Anlassen / Vergolden:

Jetzt kommt Farbe ins Spiel.
Um wichtige Teile oder Bedienungselemente an einer Waffe farblich hervorzuheben, werden diese traditionell gelb oder blau angelassen.



Um aber dem Abgreifen der Teile entgegenzuwirken und die Verschleißbeständigkeit des Überzuges zu erhöhen können diese vergoldet, hartvergoldet oder titannitriert werden.